Pressetext 17.06.2010
Vorsorge-Studie 2010: Österreicher sorgen mit 111 Euro/Monat vor und vererben Vermögenswerte in der Höhe von 80.000 Euro
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74% der Befragten haben Vorsorgeverhalten trotz Krise nicht verändert
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Jeder zweite Österreicher sorgt auch für die Familie vor
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Knapp 80.000 Euro werden vererbt, doch nur jeder Fünfte hat Erbangelegenheiten geregelt
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Die neue „Familien-Vorsorgestudie 2010“ von GfK-Austria im Auftrag von s Versicherung und Erste Bank & Sparkasse bringt überraschende Ergebnisse: Die 1.000 befragten Österreicher zwischen 25 und 60 Jahren haben ein sehr modernes Familienbild. 62% der Befragten betrachten neben der traditionellen Familie auch Patchwork-Familien und Lebensgemeinschaften als vollwertige Familie. Heinz Schuster, Vorstand der s Versicherung: „Die Österreicher haben ein sehr modernes Familienbild. Das Credo heute ist aber: Zuerst die Karriere oder etwas erleben und dann erst die Kinder. Damit erfolgt die Gründung einer Familie deutlich später als noch vor 20 Jahren.“
Auch beim Thema Erben gibt es erstaunliche Ergebnisse: Im Durchschnitt erwarten sich die Österreicher eine Erbschaft in der Höhe von 80.000 Euro – in Form von Sparguthaben, Immobilien und anderen Vermögenswerten.
Für 71% ist Familie sehr wichtig für ein erfülltes Leben
Die Österreicher sind klare Familienmenschen. Für 71% der Befragten ist Familie der wichtigste Faktor für ein erfülltes Leben. Eine Partnerschaft betrachten 63% und eigene Kinder immerhin 56% der Österreicher als wichtig. Interessent dabei ist, dass die Themen Karriere nur von 27% und Freizeit gar nur von 23% als wichtig für ein erfülltes Leben erachtet wird. Trotz eines modernen Familienbildes spielen aber auch heute noch traditionelle Werte wie Gesundheit, Zeit für einander und gegenseitige Hilfe eine zentrale Rolle.
67% der Familien belastet die Krise nicht
Ein überraschendes Ergebnis liefert die Studie bei der Frage, ob die aktuelle Finanzkrise die private beziehungsweise familiäre Situation belastet: 67% sehen sich nicht davon tangiert. Rund 51% der Befragten geben jedoch Auswirkungen auf die finanzielle Situation an, 47% verzeichnen berufliche Belastungen durch die Krise. Überraschend ist dabei, dass die Belastung durch die Finanzkrise bei Beruf und Finanzen offensichtlich keine Rückkoppelung auf das Privatleben und die Familie verursacht“, so Heinz Schuster.
Vorsorgeverhalten nach Lebensphasen unterschiedlich, aber keine Veränderung aufgrund der Finanzkrise
Insgesamt haben 74% der Befragten trotz Krise ihr Vorsorgeverhalten nicht geändert. 8% der Österreicher wollen sogar in Zukunft mehr Geld für ihre Vorsorge aufwenden. Große Unterschiede gibt es hier in den Altersgruppen. In der Gruppe der 25- bis 29-jährigen wollen mehr als doppelt so viele in Zukunft mehr Geld für ihre Vorsorge aufwenden als die 30- bis 39-jährigen. „Den Österreichern ist bewusst, dass die Krise vorbei gehen wird. Doch besonders junge Österreicher sind heute bereits sehr sensibilisiert und machen sich Gedanken um ihre staatliche Pension und sorgen bereits verstärkt vor“, bringt es Peter Bosek, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich, auf den Punkt.
Familienvorsorge ist für jeden zweiten Österreicher selbstverständlich
Der ausgeprägte Familiensinn der Österreicher manifestiert sich auch finanziell. 49% der Befragten betrachten es als selbstverständlich für die eigene Familie eine Vorsorge zu treffen. 36% sind auch davon überzeugt, dass die von ihnen in Anspruch genommenen Finanzdienstleistungen auf ihre Familienvorsorge abgestimmt sind. Erstaunlich ist gleichzeitig, dass beachtliche 37% der Bevölkerung zwar gerne mehr für die Familienvorsorge tun würde, jedoch der Meinung sind, es sich nicht leisten zu können. „Hier besteht auf jeden Fall Aufklärungsbedarf dahingehend, dass die Altersvorsorge nicht unbedingt enorme Summen kostet. Wichtig ist lediglich, rechtzeitig damit zu beginnen“, so Bosek, und weiter: „Nur 6% der Befragten gönnt sich lieber selbst etwas und überlässt dem Nachwuchs den Aufbau seiner Zukunft selbst.“
72 Euro würden die Österreicher für die Vorsorge anderer ausgeben, 111 Euro für sich selbst
Im Durchschnitt würden die Österreicher 111 Euro für die Eigenvorsorge aufwenden. Ein gutes Ergebnis, das aber wenig überrascht. Erstaunlicher ist aber, dass die Bevölkerung auch bei der Vorsorge für andere sehr großzügig ist: Beachtliche 72 Euro pro Monat würden Sie für die Vorsorge anderer ausgeben.
50% haben für den Partner oder ihre Kinder vorgesorgt
Bei der Eigenvorsorge sind die Österreicher stark. Beachtliche 82% haben bereits für sich selbst vorgesorgt. Umso überraschender ist das Ergebnis, dass nur 50% der Befragten auch für ihre Kinder eine Vorsorge getroffen haben. 23% geben dabei an, dass sie sich eine Vorsorge für ihren Nachwuchs derzeit nicht leisten können. „Überraschend wenig wird auch für den erweiterten Familienkreis wie Nichten, Neffen und andere Verwandte vorgesorgt. Nur 4% sorgt für einen Verwandten vor und nur 4% würde hier gerne eine Vorsorge treffen“, meint Schuster.
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Jeder Zweite glaubt nicht an staatliche Vorsorge
Die Studie zeigt, dass jeder zweite Österreicher (51%) der Meinung ist, dass der Staat für die Familien nicht ausreichend vorsorgt. Zugleich zweifeln die Österreicher besonders an der Sicherheit der staatlichen Pension. Deshalb betrachten 84% der Bevölkerung eine private Altersvorsorge als wichtiges Thema. „Wir sehen hier – und das speziell in den letzten Jahren – eine starke Bewusstseinsänderung speziell auch bei den jungen Menschen. Hier rechnet kaum noch jemand damit, seinen Lebensabend rein aus der staatlichen Altersvorsorge bestreiten zu können“, konkretisiert Schuster.
Vorsorgeinstrumente: Lebensversicherung on top, prämiengeförderte Modelle und Bausparer beliebt – Sicherheit nach wie vor zentral
Beim Begriff der finanziellen Vorsorge denken drei Viertel der Befragten (75%) spontan an die Lebensversicherung. Hier punktet die Lebensversicherung vor allem mit den Werten Sicherheit und Stabilität. Die Absicherung der Familie steht hier – neben der Eigenvorsorge – mit 56% Nennungen klar im Fokus.
Dass die Österreicher auf Sicherheit großen Wert legen, spiegelt sich auch in ihren Vorsorgelösungen wieder. 43% der Befragten betrachten eine Lebensversicherung als das beste Produkt für die Altervorsorge. 41% setzen auf die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge. Versicherungsexperte Schuster: „Einfache Versicherungsprodukte mit längeren Laufzeiten stehen bei den Österreichern gerade bei der Altersvorsorge hoch im Kurs“. Aber auch der Bausparer wird von 38% gerne als Vorsorgeprodukt gewählt. Ein Schattendasein führt die betriebliche Altersvorsorge in der Alpenrepublik. Nur 8% der Bevölkerung betrachtet diese als ideales Produkt für die Zukunftsvorsorge.
56% der Befragten haben sich mit dem Thema „Vererben“ befasst – nur 20% haben bereits alles geregelt
Das Thema Erben hat bei der Bevölkerung einen großen Stellenwert. 56% haben sich schon damit befasst. Jeder Fünfte (19%) hat sich zwar noch nicht mit dem Thema auseinander gesetzt, ist aber überzeugt, einmal etwas zu vererben. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die heutigen Österreicher sind eine „Erbengeneration“. Durchschnittlich 79.896 Euro beträgt das zukünftig erwartete Erbe. Wobei hier die 25- bis 29-jährigen im Durchschnitt Bargeld oder Vermögenswerte in der Höhe von 87.000 Euro und die 50- bis 60-jährigen 71.000 Euro als Erbschaft erwarten. „56% gehen davon aus, dass sie ein Sparbuch oder Bargeld vererben werden. 46% hinterlassen ein Einfamilienhaus und 37% eine Lebensversicherung“, so Peter Bosek. Die heimische Bevölkerung würde eine Erbschaft eher nicht für Luxusgüter (4%) ausgeben, sondern wiederum in die finanzielle Absicherung der Familie (48%) investieren. Die 25- bis 29-jährigen geben sich hier auch erstaunlich vorsichtig. 45% dieser Gruppe würde das Erbe für das Alter zurücklegen.